Smart Device Commerce

Das Internet der Dinge mag vielen als ein etwas abstraktes und sogar abgedroschenes Thema erscheinen. Gemeint sind damit „smarte“ Geräte („Devices“), welche über die eine oder andere Art kommunizieren und mit ihrer Umwelt Daten austauschen können.
Schaut man sich die wachsende Zahl solcher „Smart Devices“ an, so stellt sich allerdings unweigerlich die Frage: welche Möglichkeiten für Dienstleistungen und Add-Ons bieten sich noch? Oder anders gefragt (und das bekannte Mobiltelefon für einmal ausgeblendet): wie wird sich der Smart Device-Commerce – sprich E-Commerce unter Einbezug von Smart Devices – entwickeln?

Tatsache ist, dass immer mehr Geräte über Sensoren und Kommunikationsfähigkeiten verfügen. Hier einige Beispiele:

  • „Smarte Fernseher“ gibt es schon länger, wobei Kritiker allerdings bemängeln, dass die Fernsehgeräte auch mit einer Internet-Verbindung nicht smart genug sind. In der Tat ist die Bedienung im Vergleich zu einem Tablet kompliziert, und die Zahl der Apps sowie deren Möglichkeiten sind beschränkt.
  • Aktuell gewinnen die sogenannten „Wearable Devices“ wie smarte Uhren und Fitness-Messgeräte (z.B. von Suunto oder Fitbit) an Popularität. Je nach Device können Apps direkt darauf installiert werden (z.B. eine Gewitteralarm-App bei Suunto), oder es existieren Apps fürs Mobiltelefon, die mit dem Device Daten austauschen (z.B. für die Auswertung von Bewegungs- oder Schlafdaten bei Fitbit).
  • Fujitsu testet Sensor-Netzwerke in Rebbergen und Kornfeldern. Die Idee hier ist, dass dem Bauer der optimale Zeitpunkt und die ideale Menge für die Düngerausbringung oder Bewässerung angezeigt werden. Bereits erhältlich ist der Pflanzensensor von Koubachi, welcher anhand von Messdaten genaue Pflegeanweisungen für Ihre Pflanzen liefert und dabei sogar lernt.
    Tado wiederum bietet eine Lösung, die mit der Heizanlage verbunden wird und die Raumtemperatur so intelligent steuert, dass es warm ist, wenn die Bewohner zu Hause sind, der Energieverbrauch jedoch gedrossel wird, wenn alle das Haus verlassen haben.
  • Die Auto-Hersteller sind daran, Apps zu entwickeln, die das Infotainment-System des Fahrzeugs erweitern, und öffnen gleichzeitig ihre Systeme für Drittanbieter. Ein aktuelles Beispiel ist die App SmileDrive von VW und Google, bei welcher das Mobiltelefon über Bluetooth mit dem Fahrzeug kommuniziert, sobald man einsteigt.
  • Noch nicht ganz marktreif, aber sehr wertvoll für die Zerstreuteren unter uns ist ein Produkt namens Tile: ein kompakter Anhänger, der mit dem Mobiltelefon zusammenspannt, um Gegenstände, die verlegt wurden, wieder zu finden. Innovativ ist dabei auch, wie andere Tile-Besitzer einbezogen werden, wenn ein Gegenstand abhanden gekommen ist. Ebenfalls noch in Entwicklung ist der Lernstift: ein Stift, der Schreibfehler erkennt und einen Schönschreib- und einen Rechtschreib-Modus beherrscht.

Eines ist klar: die Zahl der spezialisierten Geräte und deren Vernetzungsgrad wird weiter wachsen. Damit entstehen auch immer neue Kanäle, natürlich mit unterschiedlicher Relevanz für ein Unternehmen.
Vom „smarten Kühlschrank“ wird schon lange gesprochen. Bisher fahren wir noch selber in den Supermarkt oder bestellen selber im Online-Supermarkt. Aber trotzdem ist es wohl nur eine Frage der Zeit: haben Sie schon eine SmartFridge-Commerce-Strategie?